Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften.V. 
und Polskie Stowarzyszenie
Racjonalistów

In Zusammenarbeit mit Stiftung Neue Aufklärung, Wroclaw
Säkularismus und Pluralismus - 
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Konferenz/ konferencja Wroclaw 

21.-23. Oktober 2016/
21.-23 października 2016  

9:30 Uhr: Dr. Eckhart Pilick

„Gleichheit, Verantwortung, Miteinander: Die Geschichte der christkatholischen Gemeinde in Breslau“

 

I.

Zum zweiten Male gekreuzigt

 

Gern komme ich der Einladung nach, am 22. 10. über die christkatholische Gemeinde Breslau (die Bezeichnungen deutschkatholisch und freireligiös benutze ich als Synonyme) zu referieren[1]. Der 22. Oktober des Jahres 1844, heute vor 172 Jahren, war ein besonderer Tag: Nicht weil der Breslauer Priester Anton Theiner soeben exkommuniziert worden war, sondern weil dieses Datum der Farmer und Baptistenprediger William Miller mit Hilfe der Bibel, in der die ewige Wahrheit ja enthalten ist, als den Zeitpunkt errechnet hatte, an dem Jesus mit einem Feldgeschrei und der Posaune Gottes wieder auf Erden erscheinen sollte. Das war jedoch nicht der Fall. Die zahlreichen Anhänger Millers warteten vergeblich. Miller rechnete noch einmal gründlich nach und datierte die Parusie auf den 22. Oktober 1845. In diesem Jahr erschien der Erlöser wieder nicht, dafür aber die christkatholische Gemeinde Breslau. Millers Anhänger gründeten, nachdem sie sich von der großen Enttäuschung – the Great Disappointment – erholt hatten, daraufhin die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die heute weltweit fast 20 Millionen Mitglieder zählt. In Breslau treffen sie sich in der ehemaligen Feierhalle der stillgelegten Freireligiösen Gemeinde. Immerhin glauben auch sie – wie damals die Freireligiösen – Ausgangspunkt einer neuen Reformation zu sein; sie warnen vor einer Verwüstung der Welt am Ende der Zeit. Sie sind zwar Kreationisten und missionieren, doch treten sie wie wir prinzipiell für die Trennung von Kirche und Staat ein und lehnen jedes Berufspriestertum ab. Wäre allerdings die Wiederkunft des Gottessohnes damals tatsächlich erfolgt, gäbe es heute keine Adventisten; sie wären im Paradies und wir hätten uns jetzt dort im ehmals freireligiösen Tempel versammeln können, mit oder ohne Jesus, der vielleicht kein Mitglied bei den Rationalisten geworden, doch wahrscheinlich aus der Kirche ausgetreten wäre. 

 

Mit der im gleichen Jahr in Breslau etablierten Dissidentengemeinde hat in Deutschland eine der wichtigsten und die größte  Oppositionsbewegungen des Vormärz ihren Ausgang genommen. In Schlesien gab es nach weniger als zwei Jahren bereits 60 Filialen mit 30.000 Mitgliedern. Das wachsende Eisenbahnnetz kam den abfällig so genannten „Reisepfaffen“ ebenso zu Hilfe wie das expandierende Flugblatt- und Zeitungswesen. Von Danzig und Stettin bis Dresden, Leipzig, Ulm und Konstanz, von Berlin bis Mainz, Frankfurt oder Mannheim hatten sich auf dem Höhepunkt der freireligiösen Bewegung nahezu 150.000 Seelen und ein Vielfaches an Sympathisanten in Gemeinden zusammengefunden. „Breslau war dem Krater eines Vulkans zu vergleichen, aus welchem die glühende Lava weithin ausgeschleudert wurde“, schreibt der Breslauer Prediger und Historiograph Ferdinand Kampe.

 

Auch in Baden war der gesellschafts- und kirchenkritische Boden bereitet, der Unmut gegenüber Thron und Altar stetig gewachsen. In der Zweiten Kammer saßen mit den Dissidenten sympathisierende freisinnige Abgeordnete, die in brillanten Reden das Recht der deutschkatholischen Gemeinden auf Gleichstellung mit den Kirchen forderten – gleichviel, ob sie nun christlich genannt zu werden verdienten oder nicht. Zum ersten Mal wurde in der Verfassung an die Stelle der Gewissensfreiheit (Wahl zwischen evangelisch und katholisch) Religionsfreiheit gefordert. Der Weinheimer Abgeordnete Friedrich Hecker hatte ein juristisches Gutachten veröffentlicht. Zusammen mit den Deutschkatholiken Robert Blum und Gustav Struve gehörte Friedrich Hecker zur Heiligen Dreifaltigkeit des Volkes im Vormärz und während der 48er Revolution.

Der Abgeordnete Franz Josef Buß, Hofrat und Professor des Kirchenrechts, polemisierte denn auch heftig gegen „das Rongethum in der badischen Kammer“. Er wies darauf hin, dass der westfälische Friede für immer bestimmt, dass in Deutschland einzig die katholische und evangelische Kirche anerkannt, und dass außer diesen keine andere Religion „recipiret oder geduldet werde“.

 

Überall wurden Dissidentenvereine ins Leben gerufen, die zahlreiche Anhänger unter den Landtagsabgeordneten hatten. Der protestantische Pfarrer Zittel hatte 1846 mit seinem Antrag auf staatliche Anerkennung der Deutschkatholiken  die heftigen Debatten im Karlsruher Ständehaus – hier wurde  die parlamentarische Demokratie vorbereitet – verursacht. Angesichts dieser Vereine ruft Buß aus:

 „Seht – jetzt wird der Herr zum zweiten Male gekreuzigt!“ Im Gegensatz zu ihm und seinen Glaubensbrüdern  sprach der populäre Bassermann von einer Reformation des 19. Jahrhunderts und sagte, heftig beklatscht von den Besuchern auf der Galerie: „Mag die Zahl der derjenigen, die sich zu den Deutschkatholiken zählen, noch so klein sein, mag man sie Christen nennen oder nicht, ich behaupte, dass sich von ihnen an eine neue geschichtliche Ära datiert.“

 

Buß weiß genau, woher ursprünglich der „Gottlose“, der „Christusmörder“, der ungläubige Ronge kommt: „Geboren ist er hinten im Schlesinger Land, wo die evangelische Zweideutigkeit schon lang her an dem alten Glauben herumgedrückt, seit dem man das schöne Land dem schöneren Österreich weggefangen.“ Und: „Das große Leprosorium, das drückende Leipzig ..., hat redlich mitgeholfen, das sporadische Gift ins Weite zu verbreiten.“ Von diesem „Leprosorium“, wo man die Aussätzigen isoliert, schwappt also die Breslauer Lava durch Schlesien und Sachsen weiter nach Westen.

 

II.

Christkatholiken gegen Römlinge

 

Warum nannte sich die Gemeinde christkatholisch? Dafür gibt es mehrere Gründe. Einmal hätten die Polen in Schlesien sich schwer mit einer „deutschkatholischen“ Bewegung identifizieren können. Johannes  Czerskis Muttersprache war Polnisch. Zudem sollte den Katholiken durch das Etikett christkatholisch die Schwellenangst vor einem Übertritt genommen werden. Das Adjektiv taucht Jahrzehnte vor der Gemeindegründung auf. Der Pfarrer Härtel in Karoschky bei Pruswitz, beeinflusst durch zölibatkritische Werke von Carové und Theiner, hatte 1827 Fliegende Blätter zum Heile der christ-katholischen Kirche Schlesiens herausgegeben. Unter dem Einfluss des Febronianismus (eine Bewegung, die eine Versöhnung der Konfessionen anstrebte und nicht länger dem Papst als Oberhaupt, sondern allein Christus gehorchen und nur Bischöfe und Konzil als weisungsbefugt gelten lassen wollte) veröffentlichte Ignazius von Wessenberg für sein Bistum Konstanz 1812 ein Christkatholisches Gesang- und Andachtsbuch. Dieser tolerante und gelehrte Theologe trat, wie nachher Anton Theiner in Breslau, dafür ein, in Andacht, Lied und Predigt künftig die deutsche statt die lateinische Sprache zu verwenden. Ronge reiste alsbald nach Konstanz und versuchte, freilich vergeblich, ihn für den Deutschkatholizismus zu gewinnen.

 

„Die ganze christkatholische Lehre in Beyspielen aus der heiligen Schrift und aus den Lebens- und Leidensgeschichten frommer und heiliger Hirten, Dienstbothen, Bauern und Handwerksleuten“ von Johann Eduard Domainko wurde bei den Mechiaristen 1833 in Wien verlegt; weitere Auflagen folgten, der 2. Teil noch im Spätjahr 1844. Christkatholisch scheint demnach ein damals gängiger Differenzierungs-Begriff gewesen zu sein, um papst- und dogmenkritische Einstellungen zu bezeichnen und abzugrenzen vom „falschen“, d.h. römischen Katholizismus. So heißt es in einer Kurzbesprechung der Leipziger Zeitung (Nr. 152/1831) über die „Actenstücke, zwei merkwürdige, zur Kenntnis des Papstthums und der röm.-kath. Kirche aus dem 16. und 18. Jh. nach Christo. Allen Katholiken, denen das wahre Christentum am Herzen liegt, in christlichem Sinn gewidmet“ vom Herausgeber Friedrich Fleischer): „Auch er kämpft für die christ-katholische Kirche gegen die römisch-katholische!“

 

Eine gewisse Ambiguität haftet dem Begriff an. Nees von Esenbeck sprach von dem „Zwitterwort christkatholisch, das noch obendrein sprachwidrig zusammengesetzt ist, halb griechisch halb deutsch …“, verteidigt jedoch den Namen. Die Bischöfe versuchten, Maßnahmen zu ergreifen gegen die Usurpierung der Bezeichnung „katholisch“ im allgemeinen und den Gebrauch des Wortes „christkatholisch“ im besonderen. Sie versuchten, ihren Protest überregional zu koordinieren, indem sie Beschwerden bei Kultus- und Innenministerien verabredeten.

 

Im Allgemeinen Preußischen Landrecht (ALR), das nur die evangelischen und katholischen Religionsgesellschaften anerkannte, andere wie die Synagogengemeinden, allenfalls ohne Korporationsrechte duldete und der Oberaufsicht des Staates unterwarf. Schließlich betrachtete man die beiden Kirchen – nicht zu Unrecht – als staatstragend und infolgedessen jeden Angriff oder jede Störung derselben als solche der öffentlichen Ordnung. Das Patent über die Bildung neuer Religionsgesellschaften (1847) erlaubte nur solche Gemeinden, die sich mit einer der beiden christlichen Konfessionen „in wesentlicher Übereinstimmung“ befanden. Darin liegt der politische Grund dafür,  warum die Gemeinde Breslau den Namen „christkaholisch“ wählte.

Der Begriff wurde bekanntlich 1871 – freireligiöse Gemeinden nannten  sich längst nicht mehr so – von der Altkatholischen Kirche der Schweiz adaptiert. Diese war ein Vierteljahrhundert nach den christ- alias deutschkatholischen Gemeinden entstanden, und zwar aus Protest gegen das auf dem 1. Vatikanischen Konzil von 1869/1870 beschlossene Jurisdiktionsprimat des Papstes (der Papst hat die volle und oberste Rechtsbefugnis – nicht nur in „Sachen des Glaubens und der Sitten“ – über die ganze Kirche) sowie gegen das  Unfehlbarkeits Dogma (Irrtumslosigkeit und Fehlerlosigkeit des Papstes in Glaubens- und Sittenfragen).

 

III.

Die streitenden Brüder

 

Das Thema besteht aus zwei Teilen. Der erste wurde mir vorgegeben. Zu verantworten habe ich nur den zweiten. „Gleichheit, Verantwortung, Miteinander“ – diese Trinität passt eher auf die Kirche: Vor Gott sind da alle Menschen gleich und allzumal Sünder; das Miteinander für Gott und Vaterland ist ihre Pflicht, und die Verantwortung vor Gott steht sogar in der Präambel des Grundgesetzes. Diese Schlagworte auf die Anfangsjahre der Gemeinde Breslau zu beziehen, wäre mir nicht eingefallen. Denn Ungleichheit, Unduldsamkeit und Gegeneinander der Mitglieder und Protagonisten waren charakteristisch und führten im Verein mit der Drangsalierung durch die Obrigkeit rasch zu Zerwürfnis und vorübergehender Auflösung der Gemeinde. Sie steht bis heute exemplarisch für die oft kleinkarierten Sonderwege der Freireligiösen und ihre Zwistigkeiten, „welche der Bewegung schaden mussten, weil sich niemand gern unter streitende Brüder setzt“ (Walter Nigg).

 

Der stille doch ehrgeizige Expriester Anton Theiner stellte sich gegen den lauten Johannes Ronge, in dessen Schatten er nicht stehen mochte, und machte sich für Johannes Czerski stark, dessen urchristlich-apostolische Gemeinde zu Schneidemühl auf dem Boden des papstlosen nicäno-konstantinopolischen Bekenntnisses stand. Ronge war in den Augen des Gelehrten viel zu unwissenschaftlich; seine Triumphzüge und Empfänge in Deutschland erfüllten ihn mit Neid. Er hoffte außerdem immer noch – anders als jener, der los von Rom wollte – auf eine Reform der Kirche und war entschieden gegen ein Schisma. Andere beklagten Ronges häufige Abwesenheit. Der Kirchenrechtler Regenbrecht trat an die Spitze der Kritiker und verlangte, Ronge müsse für seine Missionsreisen künftig Urlaub beantragen. Gegen solche Anklagen wandten sich dann wieder die beiden Prediger Hofferichter und Vogtherr.

 

Außerdem opponierte Regenbrecht gegen den damals berühmten Professor Nees v. Esenbeck. Ihm wurde vorgehalten, seine für die Gemeinde aufgestellten Tätigkeitsfelder, vor allem  Armenfürsorge, Arbeitsvermittlung und Krankenversicherung, seien Sache des Staates und nicht der Religionsgemeinschaft. In Theiner sah Regenbrecht „einen einseitigen Stubengelehrten ohne Genie, … einen Mann, zu ungelenk und eckig“. Johannes Czerski war zeitweise gegen alle. Die Debatten auf dem ersten deutschkatholischen Konzil zu Ostern 1845 in Leipzig und ihre Beschlüsse nannte er „ein sündhaftes Treiben“, denn „die Vernunftanbeter halte ich für Ungläubige, für keine Christen“. Er sollte Recht behalten, zählte indessen später selber dazu. Bereits 1872 nannte  er Christus nicht mehr  den Gottessohn, sondern den Waisen von Nazareth.

Hofferichter wurde heftig kritisiert, weil seine Feierstunden zu wenig religiöse Erbauung böten. Anderere Mitglieder konnten Orgel und Choräle nicht mehr ausstehen. Am 1. Oktober 1864 – genau zwanzig Jahre nach Ronges Offenem Brief – sprachen 52 von 80 Anwesenden in einer Versammlung (die Gemeinde zählte noch über 400 Mitglieder) offiziell ihre Unzufriedenheit mit dem Prediger aus. Ronge wurde als Schlichter gerufen, doch am 3. Dezember kam es zum Bruch. Die alte Gemeinde stand hinter Hofferichter, die abgespaltene stellte Dr. Binder als Prediger ein, einen ehemaligen Jesuiten und Theologieprofessor. 1870 einigten sich endlich beide Teile auf die gemeinsame Nutzung der Feierhalle, die am 10. Juni 1862 eingeweiht worden war, als ein „Asyl für das freie Wort.“

 

Mit dem Jesuswort „der Allerhöchste wohnet nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind“ (Apg. 7,48) begann Hofferichter seine Einweihungspredigt und schloss mit den Worten: „Nicht der äußere Tempel ist die Hauptsache, sondern der innere Tempelbau. Uns selbst sollen wir erbauen zu einem Tempel des lebendigen Geistes ... Nun wohlan! So lassen Sie uns … fördern die schöne Aufgabe unseres Lebens, fördern die Religion des Geistes, die Religion der Vernunft, die Religion der Humanität, fördern unseres Volkes und der Menschheit ew’gen, heiligen Tempelbau!“

 

Das Thema „Gleichheit, Verantwortung, Miteinander“ passt also denn doch ganz gut, gerade weil dieser Breslauer Dissidentenverein kein monolithischer Block war, sondern eine durchaus inhomogene Assoziation romkritischer Intellektueller aus Schule und Universität, von Handwerkern, Fabrikanten und Beamten, die sich zunächst nur einig waren in dem, was sie ablehnten: Heiligenverehrung, Ohrenbeichte, Wallfahrten, die Hierarchie generell und im religiösen Glauben im besonderen. Den gemeinsamen Zielen wurden erst in geistigem Ringen durch einen allmählich fortschreitenden Bewusstseinsprozess Priorität vor religiösen Glaubensstreitigkeiten eingeräumt und Konsens erzielt.

 

IV.

 

Aberglaube und Vernunft

Die Forderungen, für die Theiner sich stark machte, waren in Schlesien nicht neu. Im Diöcesanblatt für das Bistum Breslau sind zwischen 1803 und 1819 bereits ähnliche Reformbestrebungen veröffentlicht und diskutiert worden. Nach dem Tod des Fürstbischofs Joseph Christian von Hohenlohe-Waldenburg übernahm ein Vertreter der reformunwilligen, damals abfällig so genannten „Römlinge“,  nämlich der jesuitenhörige Pole Schimonsky, die Verwaltung der Diöcese und verbot sofort die Herausgabe dieser Zeitschrift. Entsprechende Petitionen der gelinde für Veränderung eintretenden Geistlichen wurden rigoros abgelehnt, diese als Gegner der Kirche und der staatlichen Ordnung zugleich gerügt und mit Strafen bedroht.

 

An der Breslauer Uni war das Nebeneinander gegensätzlicher Auffassungen auch innerhalb der evangelischen Theologie freilich nicht ungewöhnlich, wie zwischen Rationalisten (die die Offenbarung auf vernünftige Erkenntnis und Moral, Jesus auf die reine Personifizierung derselben reduzierten) auf der einen und Vertretern eines Erweckungs-Christentums auf der anderen Seite. Der Streit zwischen denen, die der Vernunft bei der Auslegung der Bibel, und jenen, die dem Glauben an die unbedingte Wahrheit der Offenbarung unbedingte Priorität einräumen, auch dann, wenn sie sich mit der Ratio nicht in Einklang bringen lässt, gilt seit 1835 als überwunden. Er blieb ohnehin nur akademisch.

 

Die Stadt wurde erst ab dem Jahr 1000 christianisiert. Durch den Berliner Frieden 1742 gehörte das katholische Bistum dann zum protestantischen Preußen. In dieser Stadt wurde vor 205 Jahren (21. Oktober 1811) die zweite nicht-konfessionelle Universität in Preußen gegründet mit evangelischer und katholischer Fakultät nebeneinander. Wenn ich recht informiert bin, gibt es seit Kriegsende hier wieder nur noch die katholische. Ist das ein Rückschritt oder ein Fortschritt? Irgendwann werden hoffentlich alle theologischen Fakultäten aufgehoben und in religionswissenschaftliche umgewandelt.

 

Bereits einige Jahre vor dem Offenen Brief Ronges gegen das „Götzenfest“ in Trier hatte Theiner auf Reformen in der Kirche gedrungen. Er hatte 1826/30 die „mannigfaltigen Gebrechen“ der katholischen Kirche in Schlesien zunächst anonym (aus Bescheidenheit, wie er selber anmerkt, und nicht aus Furcht vor Konsequenzen) veröffentlicht. Einen weiteren Band mit dem Titel „Das antiquirte Papstthum, oder der <katholischen Kirche> zweiter Theil: enthaltend Paragraphen zu einer neuen Verfassungsurkunde derselben, mit Begründung aus der Geschichte, Christenthum und Vernunft“  ließ er später folgen (1834).

 

1828 war sein voluminöses Werk gegen das Zölibat erschienen. Zusammen mit seinem Bruder Augustin hatte er ein gigantisches Quellenstudium – fast durchweg werden innerkirchliche Zeugnisse, Briefe, Sendschreiben, Urkunden, Verordnungen der Kirchenväter oder –historiker und Päpste zitiert – für und wider die Ehelosigkeit ausgewertet und akribisch eine schier unübersehbare Fülle von Missbrauchsfällen des Klerus aufgelistet. Ein „Pot-pourri“ nennt sie verächtlich der Lehrer im Breslauer Priesterseminar und Herausgeber der Neuen katholisch-theologischen Zeitschrift, Karl von Dittersdorf. Erneuerung – weniger der Dogmen als des Kultus – strebte Theiner an und hatte eine Verbesserung des bislang unsäglich verdummenden Studiums der Priesterzöglinge im Alumnat verlangt, statt der üblichen Dressur eine profunde wissenschaftliche Ausbildung einschließlich eines theologischen Quellenstudiums. Denn, so schreibt er:

 

„... alle Zweige der menschlichen Cultur, Wissenschaften, Künste u.s.w. haben Fortschritte gemacht, nur in der Liturgie bleibt man mit unverantwortlicher Indolenz beim Alten stehen …“ [2]  So empört sich der Gelehrte etwa darüber, dass Christi Schuhe und Windeln als Reliquien verehrt wurden, ja sogar sein Praeputium.

„Indeß der katholische Pöbel tief im Aberglauben versenkt liegt …“, schreibt Theiner, „schweift eine andere Menschenclasse zu dem andern Extrem aus, das noch weit schlimmer ist: zu Indifferentismus und Unglaube.“ Doch „man muss sich verwundern, dass das katholische Volk nicht noch tiefer im Aberglauben und in der Sinnlosigkeit versunken ist, als es nach seinem Gottesdienste sein sollte …“ [3]  Auch deswegen trat Theiner leidenschaftlich für den Gebrauch des Deutschen im Gottesdienst ein; bis dahin hatte Gott nur Latein verstanden. Penibel widerlegt er die Gegenargumente. Bei der Forderung, die Muttersprache im Gottesdienst zu gebrauchen, ging es nicht allein um die Überwindung der Kluft zwischen Priester und Gemeinde. Es handelte sich weniger um Vorschläge zur liturgischen Veränderung und Modernisierung, als um ein gegen den Einfluss der römischen Kurie gerichtetes brisantes Politikum. –

 

Den Deutschkatholiken in Berlin hatte Theiner – anonym – eine Liturgie übersandt. Der Weihbischof Latussek verlangte nun von ihm, sich zur Autorschaft zu bekennen und entweder zu bereuen und Buße zu tun oder sein Pfarramt niederzulegen. Erst daraufhin trat er der christkatholischen Gemeinde in Breslau bei. Im Oktober 1845 wurde er exkommuniziert – Ronge übrigens erst am 4. Dezember.  Er  wirkte als christkatholischer Seelsorger bis zum Februar 1846. Immer noch hoffte er, in der Kirche bleiben zu können nach Reform der Gebräuche und Lehrsätze und Entfernung des Aberglaubens.

 

Aus seiner Selbstrechtfertigung an den Breslauer Bischof geht hervor, dass er, „voll der schönen Hoffnung, daß die Mutterkirche sich noch aus sich selbst reformiren werde, durch Herrn Latusseks Hand in die deutschkatholische Kirche geschleudert“ wurde …, wo – so der Deutschkatholik Loose in einer Polemik gegen den abtrünnig gewordenen Theiner – „sich der gute Mann nicht zurechtzufinden (wußte), und … in eine fatalere Stellung (kam), als er zuvor eingenommen, in eine Lage, die ihm nicht jene Befriedigung bot, wie die frühere.“

Neben Theiner hatten damals zahlreiche prominente Personen aus Universität und Bürgertum, die sich öffentlich gegen die „Unvernunft und Tyrannei der römischen Hierarchie“ empörten, durch ihre Forderung nach Erneuerungen von sich reden gemacht. Diese innerkatholische Reformbemühungen hatten den Boden für die deutschkatholische Ursprungsgemeinde vorbereitet. So kam es, dass Ronge schon einen Monat nach Erscheinen seines Sendschreibens aus der tiefsten schlesischen Provinz zum 23. November 1844 nach Breslau eingeladen wurde.

 

V.

Die Breslauer Mündigkeitserklärung

 

Breslau verdankt zwei weiteren Personen, die Wiege der freireligiösen Bewegung zu sein: Einmal dem Domprediger Förster. Der warnt am 30. November 1844 – Ronge hielt sich schon eine Woche in der Stadt auf – vor der drohenden Gefahr der landauf landab immer lauter werdenden Ronge-Sympathisanten, denen er nicht nur das Ziel der Zerstörung der Kirche, sondern vielmehr „den Umsturz aller gesellschaftlichen Ordnung, die Umwälzung der Staaten, die Herabwürdigung des Könightums“, mithin „hochverräterische Absichten“ unterstellt. In seinem Hirtenbrief „Aufruf an die schlesischen Katholiken“ schreibt er: „Der Feind kommt, wenn die Leute schlafen!“ Damit weckt er den Glasmaler Höcker auf und gibt gegen seinen Willen den Anstoß für diese zweite – allerdings unvollendete – Reformation in Deutschland. 

 

Kirchen- oder religionskritische Überlegungen stellen viele an, aussprechen tun es wenige. Noch weniger gehen damit an die Öffentlichkeit, und ganz selten kommt es zu kommunikationsstrategischen Kontakten zwischen Gleichgesinnten und dem Versuch, sich mit ihnen zu verbinden oder sogar – wie in Breslau – zu organisieren und somit zu  einer verändernden gesellschaftlichen  Kraft zu werden. Das war ein Säkularisierungsschub.

 

Dem Katholiken Albrecht Höcker kam es so vor, „als wäre dieser Johannes Ronge in einer Wüste mitten in dem geisteshellen Deutschland! Von allen Orten Dankadressen, Becher, Pokale, goldene Denkmünzen – aber keine Stimme ruft die gleichdenkenden und gläubigen Katholiken auf: Kommt, schaart Euch um unsern Ronge, den deutschkatholischen Priester; er soll unser Hirt und Seelsorger sein!“ Diesen entscheidenden Appell erließ er dann selber im Dezember 1844 aus patriotischem Protest gegen den diffamierenden Hirtenbrief. Wegen der Zensur konnte er nur unter der Hand verbreitet und erst am 5. Februar 1845 veröffentlicht werden. Das geschah in Leipzig, wo Robert Blum am 19. Januar des neuen Jahres proklamiert hatte: „Trennung von Rom! Eine deutsch-katholische Kirche!“

 

Die Einladung an Ronge nach Breslau war nur vordergründig eine Trotzreaktion auf die Angriffe des Domkapitulars. Oppositionelle, demokratisch gesinnte Persönlichkeiten hatten sich durch den Hallgartenkreis des liberalen Abgeordneten von Itzstein bereits vernetzt und ihre Fäden gesponnen. Bei den Treffen zur Vorbereitung einer Republik, zu der wiederholt auch Robert Blum an den Rhein gekommen war, wurde dort bei Rüdesheim die Schaffung einer religiösen Oppositionsbewegung als Vehikel zur Errichtung einer Republik diskutiert. Politische Vereine waren ja verboten. Ronge saß sozusagen im Startloch, als der angesehene Fabrikant und Landrat Carl Milde, ein enger Freund Hoffmann von Fallerslebens, für Sonntag, den 15. Dezember 1844, zu jener ersten öffentlichen Versammlung ins Rathaus einlud. Darunter war auch der Professor der Rechte an der Fakultät Michael Eduard Regenbrecht.

 

Im Sitzungssaal des Elisabeth-Gymnasiums, wo auch die Stadtverordneten seinerzeit tagten, versammelten sich am 22. Januar 1845 Breslauer Bürger, und schon nach wenigen Zusammenkünften konnte am 16. Februar 1845 die erste freie Gemeinde Deutschlands auf rätedemokratischen Statuten gegründet werden. Am 9. März wurde im ersten öffentlichen Gottesdienst in der überfüllten Armenhauskirche Johannes Ronge, in Gegenwart der bereits übergetretenen Priester Czerski und Kerbler, in sein Amt eingeführt und das Datum als „der große Tag der Mündigkeitserklärung einer ganzen christlichen Gemeinde“ gefeiert.

 

So kam es, dass der „Rongeanismus“ in der Diözese Breslau, wie Bischof Arnoldi in einem Brief an seinen dortigen Amtsbruder beklagte, „frecher sein Haupt erhoben“ hatte als anderswo (Stollenwerk 211). Drei Wochen später zählte die Gemeinde über zweitausend, um Ostern (am 23. März) desselben Jahres schon siebentausend Mitglieder. (Breslau, neben Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt, hatte hunderttausend Einwohner.) Die Leitung übernahm zunächst Professor Regenbrecht. Er starb am 8. Juni 1847 an der Cholera. Von da an bis zur polizeilichen Schließung stand ihr Nees von Esenbeck vor.

 

In der Gemeinde, die zusätzlich zu Mitgliedsbeiträgen und Spenden noch bis einschließlich 1847 jährlich über dreitausend Mark Zuschuss vom Magistrat verfügte, predigte nicht nur der deutschlandweit umjubelte Ronge. „Die Massenwirksamkeit seiner Reisen ist im Vormärz ohne Parallele, weil dabei in der Tat das Volk selbst … seiner Unzufriedenheit mit dem System der Reaction Ausdruck gab.“ (Graf S. 63) Neben ihm und dem gelehrten, aber eifersüchtigen Theiner wurden die ehemaligen protestantischen Theologen Theodor Alexander Constantin Hofferichter und Eugen Vogtherr angestellt. Der erstere war Rektor der evangelischen Stadtschule gewesen. Die flankierenden Umstände für das Erstarken der Gemeinde schienen günstig, zumal sie zu Beginn auch im Staat und im Magistrat viele Befürworter hatten. (Selbst Merkel[4] sympathierte mit den Dissidenten.)

 

Das waren günstige Startbedingungen, wenn man sie freilich auch nicht in Analogie setzen darf mit der Ausbreitung des Protestantismus. Fürsten und freie Reichsstädte standen im 16. Jh. hinter der Reformation, auch deswegen, weil sie pekuniäre Vorteile davon gewannen. Seit dem Augsburger Religionsfrieden hing es für lange Zeit von den regierenden Fürsten bzw. den Städten ab, ob man evangelisch oder katholisch an Gott zu glauben hatte. Den Protestanten fielen ungeheuer reiche Pfründe zu, sie konnten Kirchen und Klöster übernehmen. Luther hatte zwar dem Volk auf’s Maul geschaut, sich aber an den Adel deutscher Nation gewandt, Ronge hingegen an das Volk.

 

Immerhin konnte die Gemeinde Breslau mehrere Prediger besolden. Sie erhielten 600 Taler im Jahr. Zum Vergleich: Ein Leinenweber bekam um 1850 etwa 150 Taler, das Jahreseinkommen eines Fabrikanten in Breslau betrug zwischen 20.000 und 40.000 Taler. Im Juli 1845 gab es in den deutschkatholischen Gemeinden 33 christkatholische Theologen, davon zehn ehemalige Protestanten, einen Monat später schon 41, wovon 14 aus der evangelischen Kirche kamen.

 

Breslau bildete den „Diskursraum“ (Habermas) für gegensätzliche Positionen innerhalb der Assoziation, in dem sich neue Wertvorstellungen bildeten, die erst im Verlauf des Säkularisierungsprozesses in der Gesellschaft wirksam werden konnten. Konfessionelle Unterschiede sollten keine ausschlaggebende Rolle mehr spielen. Wie gesagt wurden sofort zwei katholische Prediger – Ronge und Theiner – und zwei evangelische – Hofferichter und Vogtherr – angestellt. Evangelisch und katholisch stellten also keine Gegensätze mehr dar.

 

Die Protestanten durften bis zum Verbot des preußischen Staates den christkatholischen Predigern ihre Kirchen öffnen, doch entgegen ihrer anfänglichen Erwartungen konvertierten sie nicht. Die der Kirche entfremdeten Katholiken mochten nicht evangelisch werden, sie wollten etwas Anderes, etwas Neues. Da „durch das Auslassen der Worte Sohn Gottes … das christkatholischen Glaubensbekenntnis auch dasjenige des reinen von Menschensatzungen geläuterten Judentums geworden“ war (Behnsch 142), traten auch Mitglieder mosaischen Glaubens in Breslau  und natürlich bald auch andern Orts der  Gemeinde bei. Der Berliner Herrman Jacobsohn stiftete ein Großteil seines Vermögens. Manche sprachen damals von „Neujüdlern.“ Nicht mehr zwischen religiös-wahren und religiös-ketzerischen Auffassungen wurde unterschieden, und theologische Exegesen spielten keine ausschlaggebende Rolle mehr. Kein Stifter hatte den Christkatholizismus begründet, sondern Laien. Das war ein weiterer Säkularisierungsschub.

 

Im November 1845 drohte das Bistum allen Mitgliedern die Exkommunikation an, „falls sie nicht binnen acht Tagen ihren reuigen Rücktritt zur römischen Kirche anzeigen“. Das taten dann auch viele, vor allem aus den Reihen  der höheren Beamten und Offiziere.

 

VI.

Union der Konfessionen

 

Es hielten am 4. August 1845 die protestantischen Freunde zu Breslau ihre 1. Versammlung vor siebentausend Zuhörern ab. Arnold Ruge hatte bereits 1845 vorausgesehen, dass die protestantischen Lichtfreunde und die Deutschkatholiken „in einem Strom zusammenfließen werden“[5]. Und der Historiker Gervinus, einer der Göttinger Sieben (im Vormärz gab es tatsächlich mutige deutsche Professoren) trat der deutschkatholischen Gemeinde bei, weil er diese vom Volk selbst und nicht von einem Stifter ausgehende Bewegung für die geistige Voraussetzung der politischen Einigung des in fünfunddreißig Staaten partikularisierten Deutschland hielt. Die ökonomische und also die politische Einigung war ein nationales und wirtschaftliches Bedürfnis. Ein Hindernis auf diesem Weg war nicht zuletzt der Ultramontanismus, die romhörige Kirche, die soeben in dem in Trier von fast einer Million Pilgern besuchten Rock Christi wiederum ihr Symbol der Einheit beschworen hatte.

 

Der erste Versuch der Fusion ging nicht nur von Breslau aus. Auf dem 2. Konzil in Berlin unter Führung der Breslauer  – sie stellten die Hälfte der Delegierten – wurden Anträge gestellt, die eine Union aller französisch-, englisch- und polnischen Nationalkirchen mit sämtlichen freien protestantischen Gemeinden „zwecks gegenseitiger weiterer Annäherung und endlicher Verbündung zu einer höheren kirchliche Konversion in Einheit“ (Hofferichter) forderten. Das war 1847. Die Mehrheit der Christkatholiken verlangte allerdings eine Konversion der Freiprotestanten. Nur die deutschkatholische Gemeinde Halle vereinigte sich am 3. Oktober desselben Jahres mit der freien protestantischen, ein Ziel, das in ihre Statuten aufgenoimmen wurde. Hofferichter schrieb darauf, dass Breslau und Magdeburg miteinander enger zusammenarbeiten und Vorreiter der Vereinigung zu höheren, d.h. humanistischen Standpunkten sein sollten. Die 48er Revolution und ihr Scheitern warfen die Bestrebungen für die folgenden Jahre zurück.

 

Auf dem 3. Konzil (23.5.1850) wurde die Union mit den Lichtfreunden beschlossen. Bisher war das Trennende in weltanschaulichen Fragen und im Organisatorischen Diskussionsthema.  So wollten die Lichtfreunde die Versammlungen nicht nur für Mitglieder und Delegierte, sondern auch für Außenstehende und sogar für die Gegner öffnen. Die Kraft des Geistes und die Macht der Wahrheit würden sich in den Reden schon durchsetzen. Das ging den Realos denn doch zu weit. Eine vernünftige Bearbeitung von Geschäftsfragen für den Aufbau der Gemeinden sei nicht gewährleistet, wenn die „Tagsatzungen“ (so nannte man die Zusammenkünfte) Tummelplätze für geistige Wettkämpfe seien. Dafür seien Zeitungen und Zeitschriften da.

 

Die Differenzen waren beträchtlich. Die freien Protestanten – es gab zu der Zeit nur acht Gemeinden, allerdings unter Führung solch renommierter Persönlichkeiten wie Baltzer, Rupp, Uhlich und Wislicenus – betonten das Primat der persönlichen Freiheit und misstrauten den Einheits-, Vereinigungs- und Vereinnahmungsbestrebungen. Die Deutschkatholiken verteidigten ihren reinen Glauben gegenüber der Hierarchie, während manche Lichtfreunde, wie etwa die aus der Gemeinde Halle, zum Teil schon gar nicht mehr auf dem Boden des Christentums standen. Dennoch machten die Deutschkatholiken größere Konzessionen und gaben das Leipziger Glaubensbekenntnis auf zugunsten des Zusammenschlusses. Man besann sich nun auf das, worin sich zunächst alle einig waren, ohne eine Uniformierung zu bezwecken. Die Union der freien Katholiken und der freien Protestanten – in den Augen ihrer selbstbewußten Vertreter „ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung“ (Hofferichter) sollte erst neun Jahre später gelingen. Der preußische Staat wollte das verhindern. Zunächst wurden sechs Teilnehmer des 3. Konzils (von insgesamt 46 Delegierten der 100  deutschkatholischen und 30 freiprotestantischen Gemeinden) verhaftet und ausgewiesen. Man wollte nach Köthen in Sachsen ausweichen. Mit der Begründung, die freien Gemeinden seien ein Deckmantel für demokratische, „den Umsturz der bürgerlichen und sozialen Ordnung“ fördernde Vereine, so der Innenminister von Westphalen, wurden die Versammlungen im ganzen Land untersagt.

 

VII.

Ein Blick in die sich einrollende Zukunft

 

Verunglimpfungen des Gegners gab es auf beiden Seiten, angefangen vom Offenen Sendschreiben Ronges gegen Bischof Arnoldi, den „Tetzel des 19. Jahrhunderts“. Seitens der „Römlinge“ – das Schimpfwort  galt für alle Rückwärtsgewandten und die Gegner der Republik, insonderheit  für Vertreter des Ultramontanismus – kam es sogleich zu massiven Anschuldigungen. Der Pastoraltheologe und antisemitische Schriftsteller Alban Stolz nannte die Deutschkatholiken „Ehebrecher und Selbstmörder" und „das ärgste Ungeziefer in unserem Land". Der großherzogliche Notar Ludwig Castorp aus Achern schrieb an die Badische Ständekammer in Karlsruhe ge­gen Rongeaner und Reisepfaffen, die er „die bekappten Schreier und Schwärmer der Aufklärung" nennt:

„Glaubensfreiheit, Gewissensfreiheit, Aufklärung, Fortschritt – das sind jetzt nun die Losungsworte der materiellen und begeisterten Welt! [...] Das Licht der Vernunft löscht das Licht des Glaubens aus [...]. Du geräthst in den Abgrund des Unglau­bens [...] wirst alles bezweifeln und verwerfen, [...] was durch menschliche Auto­ritäten als Pflicht und Gesetz für jede Klasse von Menschen festgesetzt worden ist! [...] Man klärt die Jugend auf, und seitdem ist die Jugend kalt für die Religion [...] Man klärt den Pöbel auf, und sind die Klagen über untreue, widerspenstige Dienst­boten ohne Ende [...] Das Vaterland ist in Gefahr!“

 

Die Angst vor einer Revolution bestand tatächlich. Anders wäre auch das Metternichsche Spitzelsystem und die lächerlichen Zensurmaßnahmen im Vormärz kaum zu verstehen. Die Heftigkeit der Anschuldigungen zeigt, dass die Kirche eine ernstzunehmende Bedrohung in der Reformbewegung sah, die in Schlesien wie in Süddeutschland bis 1848 immer populärer geworden war.

 

Aus Breslau saßen Nees von Esenbeck und Behnsch bei den Demokraten in der Nationalversammlung in der Paulskirche. Fast alle Deutschkatholiken gehörten dieser Fraktion, nur wenige der radikaldemokratischen Fraktion an. Hofferichter und Vogtherr gehörten zu den Gründern des Breslauer Demokratenvereins. Der Vorsteher der Gemeinde Leipzig, Professor Roßmäßler, hatte als Abgeordneter in der Paulskirche beantragt, der Staat möge für Bildung so viel ausgeben wie bisher für das Militär, und umgekehrt, eine damals wie heute völlig unrealistische Forderung. Alle Christ- oder Deutschkatholiken forderten die Abschaffung des Schulgelds, ferner strikte Trennung von Kirche und Staat, absolute Glaubens- und Gewissensfreiheit, unbeschränkte Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Weitere Ziele waren der Ausgleich des Missverhältnisses zwischen Arbeit und Kapital, Vollbeschäftigung und gerechter Lohn, eine Einkommens- und Vermögenssteuer und die Errichtung von Alters- und Pflegeheimen. Man sah sich als Avantgarde eines neuen Zeitalters, das durch alle Zweige des Wissens schon längst vorbereitet wurde (Hofferichter). Volksherrschaft war das erklärte Fernziel.

Es wäre eine besonderen Vortrag wert, Nees von Esenbecks Philosophie und seinen christkatholischen Pantheismus zu beleuchten. Seine diesbezüglichen Schriften sind fast nur in Bibliothekslesesälen zugänglich.[6] Im Geburtstagsgedicht, das Hofferichter seinem Lehrer und Confrater zum 79. Geburtstag gewidmet hat, besingt er den Gelehrten liebevoll als Narren:

 


Er wird die Welt nicht reformiren

Mit seiner neuen Staatsidee   

Und gar mit dem verkehrten Streben

Als hätt die Menge auch ein Recht,

Ein Recht, zu denken und zu leben,

Und nicht zu dienen bloß als Knecht!

 

Er will – wahrhaftig  ‘s ist zum Lachen –

Dass jeder glücklich werden soll,

Will aus dem Volke Menschen machen –

Das ist doch wirklich gar zu toll – der Narr.[7]

 

Dieser selbstlose,  europaweit hochgeachtete Botaniker Esenbeck war von der  keineswegs aufklärerisch-rationalistischen Identitätsphilosophie Schellings beeinflusst, die er mit der Idee Feuerbachs von der Gattungsseele zu einem originellen spekulativen Sozialismus verband. (Bemerkenswert scheint, dass er einen Grundsatz des Existenzialismus vorwegnimmt: Die Existenz des Menschen geht seiner Essenz voraus.)  Die freien Gemeinden sah er als Vorläufer einer freien Menschheit.

 

Durch Nees v. Esenbeck und Hofferichter entwickelten sich die Feierstunden mehr und mehr von einem polemischen Antiklerikalismus zu einem naturwissenschaftlich begründeten Pantheismus. In der Praxis aber, in der sozialen Arbeit, besonders in der Armenpflege, sah Nees die eigentliche Aufgabe der Religionsgemeinschaft. Er begründete den Arbeiter-, einen Armenpflege- und Krankenkassenverein, wurde wegen seiner sozial-politischen Aktivitäten und der nicht kirchlich sanktionierten Ehe seiner Professur enthoben, und zwar ohne Pension, so dass er mittellos in einer Dachkammer starb. Sein eigenes Vermögen hatte er an Kranke und Hilfsbedürftige ausgegeben. Den Arbeitern war seine Form des Sozialismus zu religiös, den bürgerlichen Christkatholiken zu sozialistisch. Das tat seiner Popularität in Breslau jedoch keinen Abbruch. 

 

Nach dem Scheitern der Revolution setzte die Verfolgung durch den preußischen Staat ein, der in Süddeutschland die Gemeinden schon durch Erschießungen, Arbeitsentzug, Degradierungen, Verhaftungen und Vermögenskonfiszierung geschwächt hatte. Die vor freireligiös geschlossenen Ehen wurden annulliert und die Kinder als illegitim unter Vormundschaft gestellt. So auch in Breslau. Die Versammlungen wurden aufgelöst durch das Militär. Es kam zu Durchsuchungen und Beschlagnahmungen im Haus der Prediger und des Vorsitzenden, bis die Gemeinde mitsamt ihrer Schule schließlich am 17. Februar 1852 polizeilich geschlossen wurde mit der Begründung, sie sei ein politischer Verein. Ihre Akten wurden beschlagnahmt und die Durchführung selbst von Beerdigungen untersagt. Der Prozess dauerte drei Jahre, während der es zur Abspaltung und vorläufigen Gründung einer zweiten Gemeinde kam. Erst nach der Wiedervereinigung ab 1859 kann von einem geregelten Gemeindeleben die Rede sein. Hofferichter wurde wieder zum Prediger gewählt.

 

1859 hatten sich die politischen Bedingungen gebessert, doch die, teilweise euphorische, Zustimmung im Volk war abgeflaut. Die alte Breslauer Gemeinde erwachte noch einmal zu neuem Leben, vereinigte sich wieder mit der drei Jahre zuvor gegründeten Ersatzgemeinde. Weitere zwei Jahre später (1861) bestieg Wilhelm I. den Thron in Preußen und erließ das Amnestiegesetz, das auch Johannes Ronge die Rückkehr aus dem Londoner Exil nach Breslau erlaubte. Als hier bald darauf mit dem Bau der Feierhalle begonnen wurde, war das Bekenntnis zur säkularisierten Trinität weiter fortgeschritten: Statt von Gott, Jesus und Heiligem Geist sprach Hofferichter bei der Grundsteinlegung von „Selbsterkenntnis, Selbstbeherrschung, Selbstbeseligung“. Man lebte im Bewusstsein einer neuen Zeit und in der Hoffnung auf Erneuerung. Ich las kürzlich, dass Adalbert von Chamisso seinen Tribut an den neuen Zeitgeist leisten und zur Herbeiführung schönerer Zeiten beitragen wollte, indem er 1837 für achtzigtausend Taler Eisenbahnaktien erwarb. Er hat an der Probefahrt zwischen Leipzig und Dresden teilgenommen und „in die sich einrollende Zukunft hinein geschaut“[8] während andere den Verlust nicht nur der Poesie und des christlichen Glaubens befürchteten, sondern, und in dem Punkt sollten sie tatsächlich bald Recht behalten, auch des Posthorns. Angesichts des Fortschritts in Technik und Wissenschaft empfanden die Gebildeten das Elend der Weber und die Hungerrevolten im Vormärz als beschämende Regression. 

Die Breslauer Gemeinde legte im Zeitraffer einen bemerkenswerten Weg zurück: Von der christkatholischen Gemeinde über die deutschkatholische zur freireligiösen Humanitätsreligion. Von der Hierarchie zur Autonomie, vom Katholizismus zum Humanismus, wie sie in der Selbstbenennung zum Ausdruck kommt.

Der Versuch, in Breslau und in Folge in der freireligiösen Bewegung überhaupt, evangelische und katholische Gläubige in einer Union auf einen Generalnenner zu bringen, ließ sich nicht in einer Nationalkirche, sondern nur in einem Christentum-light erzielen, durch konsequente Rationalisierung der Offenbarung und Transformation der biblischen Heilsgewissheit. Damit mündet die „historische Kritik der Religion … in die Auflösung der (Offenbarungs-)Religion“; die „Liquidation der Tradition“ bedeutet die „Expansion des Profanbereichs gegenüber der sakralen Sphäre.[9]

 

Von Breslau an werden zum ersten Mal Kirche und Religion nicht mehr als Einheit gesehen. (Theiner konnte dabei nicht mithalten.)  Christlich und tugendhaft waren jetzt keine Synonyme mehr. Die anthropozentrische anstelle der theozentrischen Perspektive machte den Deutschkatholizismus zu einer Diesseitsreligion. Die Mitglieder sahen und überschätzten sich als Bannerträger eines  mündig gewordenen Volkes und als Lichtbringer, zumindest als Licht-Freunde im Reiche der orthodoxen Finsternis. An die Stelle einer heteronomen Ethik tritt eine autonome. Und das Entscheidende: sie setzten ihre Überzeugung in die Praxis um. Sie waren die ersten Vereine in Deutschland, die  für die Emanzipation der Frauen  und der Juden eintraten. (Johannes Ronge und der Mannheimer Prediger Karl Scholl waren mit Jüdinnen verheiratet.)

In den Freireligiösen Gemeinden evaporierte das dogmatische Kirchenchristentum rapide. Mit der Entdogmatisierung des christlichen Glaubens, der Relativierung und Transformation der neutestamentarischen Verheißung im Sinne einer fortschreitenden Höherentwicklung der Kultur zur Humanitätsreligion und einer besseren Zukunft der Menschheit wird die Theologie depotenziert. Die Freireligiösen sahen sich darum als Wegbereiter einer permanenten Reformation von Luther über die Aufklärung mit Lessing als bedeutendstem Zitatenlieferanten und den kirchenfernen Pantheisten Goethe und Schiller bis hin zu Feuerbach. Die Evolutionstheorie Darwins fiel auf fruchtbaren Boden und wurde flugs adaptiert.

 

VIII.

Auflösung des Glaubens?

 

Religion ist die Antwort auf den Tod. Sie will Antwort geben auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Je komplexer die Welt, desto komplizierter ist es, eine einfache Antwort zu finden. Der Rationalismus kann und will das nicht leisten. Vernunftgesteuerte Entscheidungen allgemein für möglich zu halten, was sich weder durch Experimente noch durch exakte Beobachtung verifizieren lässt, beruht auch auf einem Glauben. Der theologische Rationalismus wurde schnell überwunden, denn er begab sich durch seine Inkonsequenz in eine tragikomische Sackgasse. Er schreckte vor der letzten Begründung zurück und verfing sich bei der vulgärrationalistischen Auflösung der Bibel in seltsame Erklärungen. In Heidelberg und an der Uni Breslau lehrten seine letzten namhaften Vertreter. Die Deutschkatholiken zogen die Konsequenzen und siebten die Methode und die ethischen Implikationen aus dem NT heraus. Mit ihnen beginnt ein neuer Abschnitt der Kulturgeschichte, der allerdings heute allenfalls als Fußnote überlebt. Die Breslauer Gemeinde begann als erste, eine Religion der Selbstbestimmung zu organisieren. Das ist modern, das ist undogmatisch und Voraussetzung der Toleranz.

 

Religion ist nicht einholbar oder widerlegbar durch Argumente. Ihre Wurzel liegt nicht in Wissenschaft und Vernunft, sondern in einem positiven Werterlebnis, im Gefühl, das eigene Dasein in dieser Welt habe trotz Kausalität, Schmerz, Tod und Vergänglichkeit einen Sinn und einen Wert. Heute, wo die Theologen, ausgenommen die Kreationisten und die Sonntagsprediger unter ihnen, keine universale Welterklärungstheorie mehr anbieten, steht das Christentum nicht mehr in einer Konkurrenzsituation zur Wissenschaft  wie noch zur Zeit der Monistenbewegung, der sich auch die Breslauer freireligiöse Gemeinde angeschlossen hatte. Wissenschaft bedeutet ebensowenig das Ende der Religiosität wie wachsender materieller Wohlstand. Sie behauptet ihre sinnstiftende Funktion innerhalb der Meinungsindustrie, insonderheit in Krisenzeiten. G. A. Wislicenus sah das noch ganz anders:

„Wer seinen Glauben konservieren will,“ sagte er, „der muss in der Kirche bleiben und noch mehr, er muss in derselben auf Herstellung der alten Autoritäten dringen; denn auch der Rationalismus in der Kirche und außer der Kirche in rationalistischen freien Gemeinden führt, wenn auch langsam, doch unaufhaltsam zur Auflösung des Glaubens in die Erkenntnis ...“ Welch ein Irrtum.

 

Dennoch wurde das zur Sinnstiftung geeignete Potential des christlichen Glaubens von einer theologischen auf eine anthropologische Ebene transferiert mit Hilfe Feuerbachs als Zugpferd. Hatten vordem die Lichtfreunde Verheißung und Wunder der Bibel rationalisiert, so wurden die frohe Botschaft in Breslau von den Christkatholiken popularisiert und vor allem in einem bunten und geselligen Gemeindeleben sowie in sozialen Einrichtungen praktisch. Als Religion der Selbstbestimmung kümmerte man sich um die, die davon am weitesten entfernt waren. Selbsterlösung erschien als Aufgabe der Gegenwart. Der heilige Geist verwandelte sich in den Zeitgeist. Jesus war nur der außergewöhnliche, „maßgebende“ Mensch (Jaspers). Gott Vater blieb als eine Art Ehrenvorsitzender im Amt ohne autoritäre Weisungsbefugnis.

 

In der Breslauer Zeitschrift „Für christkatholisches Leben“ fand ich den Satz: „Wir Christkatholiken haben unsere Glaubens- und Wissensbekenntnisse durchaus nicht so schroff und starr abgeschlossen, dass wir nicht eine competente Kritik derselben beachten sollten …“ –  eine bemerkenswerte Aussage, wird doch hier angedeutet, dass wir uns beim induktiven Suchen nach Wahrheit mit einer mehr oder weniger großen Wahrscheinlichkeit des Erkennens begnügen müssen,  dass Letztbegründungsversuche fragwürdig bleiben und der Zweifel im Glauben – im Katholizismus eine Erbsünde – als „Erbtugend“ (Goethe) sanktioniert ist. Beginnt damit nicht der kritische Rationalismus? Jedenfalls zeichnete sich deutlich ab, dass es in einer freien Religion weder Dogmen noch obligatorische Glaubensbekenntnisse geben kann. –

 

Breslau war, wie Ferdinand Kampe schreibt, der Krater eines Vulkans. Der brodelte bis zum Scheitern der 48er Revolution. Danach kamen nur ein paar Funken und Qualm. Mit Beginn der Naziherrschaft ist er vollends erloschen. Doch, so lese ich in Wikipedia, ein Vulkan darf nur dann nicht als ruhend, sondern „als wahrscheinlich erloschen betrachtet werden, wenn die letzte Eruption Hunderttausende von Jahren zurückliegt.“ Was Breslau betrifft, so sind bisher erst 172 Jahre vergangen.

Eckhart Pilick

 

Quellen

Behnsch, Ottomar: Für Christkatholisches Leben. Materialien zur Geschichte der christkatholischen Kirche. Unter Mitw. sämmtlicher Gemeinden hrsg. von Dr. Behnsch. Breslau 1845f.

Behnsch, Ottomar: Der erste öffentliche Gottesdienst der christkatholischen Gemeinde zu Breslau am 9ten März 1845. Ein denkwürdiges Ereignis. 2. Aufl. Breslau o.J.

Graf, Friedrich Wilhelm: Die Politisierung des politischen Bewußtseins. Die bürgerlichen Religionsparteien im deutschen Vormärz: Das Beispiel des Deutschkatholizismus. Stuttgart- Bad Cannstatt 1978.

Hofferichter, Theodor: Die Union der freien Gemeinden des Katholizismus und des Protestantismus. Ein Beitrag zur Geschichte der religiösen Bewegung dieser Zeit. Leipzig 1850.

Leesch, Wolfang: Die Geschichte des Deutschkatholizismus in Schlesien (1844 - 1852) unter besonderer Berücksichtigung seiner politischen Haltung. Breslau 1938.

Stollenwerck, Alexander: Der Deutschkatholizismus in den Preussischen Rheinlanden. Mainz 1971.

Tschirn, G.: Zur 60jährigen Geschichte der freireligiösen Bewegung. Gottesberg 1904.

 



[1] Säkularismus und Pluralismus -

Freidenker Breslaus als Vorreiter des interkulturellen Dialogs/

Świeckość i pluralizm - wrocławscy wolnomyśliciele jako pionierzy dia-logu międzykulturowego

Konferenz/ konferencja Wroclaw 21.-23. Oktober 2016/  21.-23 października 2016.

In Zusammenarbeit mit Stiftung Neue Aufklärung, Wroclaw /we współpracy z Fundacją Nowe Oświe-cenie, Wroclaw.

[2] A. Theiner, Die katholische Kirche in Schlesien, S. 133.

 

[3] ebda S.161

[4] der Oberpräsident von Schlesien

[5] A. Ruge: Drei Briefe über die deutsche religiöse Bewegung. In Werke IX, S.336f.

[6] Bei Wolfgang Leesch und in den Acta Historica Leopoldina (Nr. 41 und 42) wird sein Werk kursorisch  gewürdigt.

[7] Acta Historica Leopoldina Band 42 S. 231

[8] U. Ott (Hrsg.), Literatur im Industriezeitalter. Marbach 1987. Katalog der Ausstellung Bd. I, S. 53f.

 

[9] Trutz Rendttorff, Gesellschaft ohne Religion? München 1975.  S. 65f.